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Die SPD ist die Partei für Familien

Am heutigen Samstag haben wir auf dem Landesparteitag unser Wahlprogramm beschlossen. Als Delegierte durfte ich an der Beschlussfassung mitwirken. 

Gerne werfe ich an dieser Stelle für Sie einen persönlichen Blick auf das Wahlprogramm. Natürlich richtet sich mein Augenmerk dabei insbesondere auf die geplanten Verbesserungen für die Situation unserer Kinder. Als Grundschullehrerin und Schulleiterin schaue ich mit einem fachlichen Blick darauf; aber auch als Mutter von schulpflichtigen Kindern haben diese Aspekte für mich eine besondere Bedeutung. 

Ich freue mich, dass die SPD allen Familienformen und Konstellationen gegenüber offen ist und damit die konservative und „herkömmliche“ Familienform überwunden wird. Im Wahlprogramm heißt es: 

Für uns sind Familien dort, wo Kinder sind. Wir wollen alle Familien, egal in welcher Konstellation, stärken und ihnen mehr gemeinsame Zeit geben.

So einfach kann das sein. 

Für mich ist die SPD, die Partei für Familien in NRW.

Dass die Bildung auch von frühester Kindheit an als bedeutsam betrachtet wird und Kita-Bildung nicht abgetan, sondern in ihrer Bedeutung wertgeschätzt wird, ist für mich der richtige Ansatz und bestärkt mich darin, hier mein politisches Zuhause gefunden zu haben. Wir brauchen keine Diskussion mehr darüber, ob Kinder in Kitas gut aufgehoben sind. 

Im Wahlprogramm heißt es: Länder, die im Bildungsvergleich sehr erfolgreich und in der Familienpolitik sehr fortschrittlich sind, haben eines gemeinsam: Die Strategie, dass man in die kleinsten Kinder am meisten investiert. Das 
heißt, dass der Staat besonders viel Geld für die Unterstützungsleistungen für junge Familien bereitstellt. Gerade für junge Familien gibt es viele Herausforderungen, mit denen sie so nicht allein gelassen werden. Die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung eines Menschen besonders wichtig. Was in diesen frühen Jahren nicht gefördert wird, kann in der Schule nur mit einem hohen Ressourcenaufwand wieder aufgeholt werden. Bildung und somit Chancengleichheit beginnt also schon in der frühkindlichen Bildung

Damit wir allen Kindern schon in frühen Lebensjahren einen Anschub für ein gelingendes Leben geben, braucht es den Ausbau von Frühförderstellen sowie ein Gesetz für die frühkindliche Bildung, das die
Finanzierung von Kitas und Kindertagespflege und einen verbesserten Kind-Fachkraft-Schlüssel beinhaltet. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass Alltagshelferinnen in der Kita, aber auch Mitarbeitende aus anderen Professionen für die Entwicklung der Kinder förderlich sind. Sie vermitteln grundlegende Sprachkenntnisse bei den Kindern, deren Elternhäuser dies nicht leisten können. 

Nur wenn in den Kitas genug Personal zur Verfügung steht, können sie ihre wichtige Arbeit zur Zufriedenheit aller leisten. Deshalb stellen wir die Kita-Finanzierung neu auf. Statt Pauschalen für Belegungs- und Buchungszeiten statten wir Kitas durch eine auskömmliche Sockelfinanzierung so aus, dass sie keinen enormen bürokratischen Aufwand mehr haben, um Geld zu beantragen und abzurechnen. So bleibt mehr Zeit für jedes Kind.

Dass wir die Familien endlich von den KITA-Beiträgen befreien möchten, ist dabei für mich ganz zentral. In einigen Bundesländern ist das schon lange umgesetzt. In NRW wird es höchste Zeit dafür.

Ebenfalls diskutieren wir nicht mehr über Sinn- und Unsinn von Offenen Ganztagsschulen. Dass die Arbeit, die dort geleistet wird, von unschätzbarem Wert ist, dürfte mittlerweile überall angekommen sein. Es ist ein unverzichtbarer Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – hat aber auch einen hohen Wert an sich.

Im Wahlprogramm heißt es dazu:

Ab 2026 kommt der Rechtsanspruch auf einen Offenen Ganztagsschulplatz (OGS). Wir haben dafür gekämpft, weil dieser Rechtsanspruch wichtig ist für Familien. Er macht das Leben für Familien leichter, befördert die berufliche Entwicklung von Eltern und ist gut für das Lernen der Kinder. Eine große Aufgabe, die alle Mühe wert ist!

Dieser Anspruch muss vorbereitet werden. Schätzungen gehen davon aus, dass Nordrhein-Westfalen bis zu 200.000 zusätzliche OGS-Plätze inklusive Räume und Personal braucht

Außerdem müssen wir die Ausgestaltung des Ganztags diskutieren, und zwar in einem Dialogprozess mit den Kommunen, den Trägern, den Schulen, den Beschäftigten, den Eltern und natürlich den Schüler*innen. In jedem Fall muss deutlich mehr Geld in den Ganztag investiert werden

Der Ganztag muss verlässlicher werden. Zurzeit sind die Unterschiede von Schule zu Schule enorm, und das kann nur durch verbindliche Standards gelöst werden. Genau deshalb führen wir diese ein. Bis
heute ist der Ganztag nicht klar als Bildungsangebot definiert. Das werden wir ändern. Wir schaffen ein Ganztagsgesetz mit Mindeststandards für die Qualität des Personals, der Räume, der Angebote wie auch des Mittagessens. Es muss selbstverständlich werden, dass der Ganztag im ganzen Land ein Bildungsangebot auf gleichem, hohem Niveau ist.

Damit benennt die SPD die wichtigen Handlungsfelder für den Bereich der OGS und dem kann ich absolut zustimmen.

Mit der Kernaussage Unterricht ist gut, wenn er stattfindetwird auch im Wahlprogramm auf das derzeit größte Problem an Schulen hingewiesen. Es gibt landauf landab Unterrichtsausfall aufgrund eines massiven Lehrer*innenmangels. Es heißt im Wahlprogramm weiter: 

Wir brauchen jetzt eine Personaloffensive. Diese muss gemeinschaftlich von den Berufskollegs und den Hochschulen gestaltet werden. Es gilt, alle Schulen entsprechend ihren Bedarfen mit engagiertem und qualifiziertem Personal für die zukünftigen Herausforderungen auszustatten. Dazu gehören auch
beispielsweise die Werkstattlehrkräfte, die Expertise aus dem Handwerk mit pädagogischen Kompetenzen verbinden. Für die Zukunft wollen wir berufliche Kompetenzen und Abschlüsse bei der Anerkennung für den Lehrberuf stärker berücksichtigen. Alle Lehrkräfte müssen den gleichen Lohn
beim Eingangsgehalt verdienen. Zudem werden wir die Studienplätze für Lehramt, Sonderpädagogik und Sozialpädagogik massiv ausbauen und die Zugangsvoraussetzungen sinnvoll anpassen, um mehr
Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal ausbilden zu können.

Es ist allerhöchste Zeit, dieses Problem endlich anzugehen, damit nicht in den nächsten Jahren noch mehr Unterricht an den Schulen ausfallen muss. Wir müssen die Bildung unserer Kinder endlich mehr in den Fokus rücken. Dazu gehört auch eine bessere Bildungsfinanzierung: 

Wir werden unser Bildungssystem so weiterentwickeln, dass es den Anforderungen einer veränderten und digitalisierten Lebens- und Berufswelt gerecht wird. Dabei werden wir genau prüfen, was sich
bewährt hat und was wir verbessern müssen. Wichtig ist, dass Bildungsinhalte und zu erwerbende Kompetenzen allen Schülerinnen und Schülern auch in Zukunft gesellschaftliche Teilhabe und ein
selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dafür werden wir eine Bildungskommission mit Expertinnen und Experten einrichten. Die Bildungskommission wird sich neben den Bildungsinhalten auch mit der Bildungsfinanzierung befassen

Die Bildungskommission wird sich neben den Bildungsinhalten auch mit der Bildungsfinanzierung befassen. Wir brauchen mehr Geld für bessere und wirkungsvollere Bildungsangebote und ein verbindlicheres Zusammenwirken aller Beteiligten vor Ort. 

Eine klare und verbindlich geregelte Finanzierung der staatlichen
Bildungsaufgaben zwischen Land und Kommunen muss auskömmlich sein für die notwendige Qualität des Angebots, die sächliche Ausstattung in den Schulen, den Gebäudeunterhalt und für Investitionen in den Schulneubau. Damit das gleichermaßen in finanzstarken wie finanzschwachen Kommunengelingt, greifen wir finanziell mit unserem Sonderprogramm „Schulneubau und Schulsanierung“ dort unter die Arme, wo es gebraucht wird. 

 

Dass die vielbeschworene Digitalisierung an Schulen in den richtigen Zusammenhang gestellt werden muss und auch besser begleitet werden muss, macht die SPD in ihrem Wahlprogramm ganz deutlich. 


„Auch die Digitalisierung im Kita- und Schulwesen muss vorangetrieben werden. Wir brauchen mehr Geld für eine bessere Infrastruktur und Ausstattung. Diese digitale Infrastruktur muss von IT-Expertinnen und Experten verwaltet und gepflegt werden. Dies entlastet die Lehrkräfte, die sich darauf konzentrieren können, den Kindern die nötige Medienkompetenz zu vermitteln., damit sie zu mündigen Mediennutzern werden, indem sie reflektiert, kreativ und verantwortungsvoll digitale Medien nutzen.

Ich finde es sehr wichtig, dass die SPD einen ganzheitlichen Blick auf die Bildung hat und versucht, alle Beteiligten am Schulerfolg der Kinder gemeinsam zu betrachten. 

Es heißt: Viel in der Bildung entscheidet sich in der Familie und deshalb wollen wir Bildung ganzheitlicher angehen. Das an Kitas erfolgreiche Konzept der Familienzentren wollen wir auch an Schulen und ausbauen. Dort sollen alle Angebote der Familienbildung und alle Unterstützungsprogramme gebündelt werden. Das erleichtert es Eltern, den Bildungserfolg ihrer Kinder zu unterstützen.

Wir wollen Schule, Ganztag und Familienzentrum zusammendenken und so Bildung, Erziehung und Betreuung miteinander verknüpfen.

Als Schulleiterin des ersten Familienzentrums im Kreis Heinsberg darf ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten, dass sich dieser Ansatz als wirksam zeigt und wir hier große Chancen haben, die Situation der Familien und damit auch der Kinder zu verbessern. 

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